Bohrungen/Bohrplatz
Für den Betrieb der geothermischen Anlage sind mindestens zwei tiefe Geothermiebohrungen erforderlich. Beide Geothermiebohrungen werden so geplant, dass sie in einer Tiefe von 2.300m bis 2.800m die gleiche tektonische Bruchzone erschließen.
Zur Planung der Geothermiebohrungen nutzt GeoEnergy GmbH die Vorteile der im Jahr 2008 ausgeführten 3D-seismischen Untersuchungen, die eine hohe Zielgenauigkeit in der Definition der Bohrlandepunkte sowie die Erschließung der heißen Tiefenwässer innerhalb der tektonischen Bruchzone gewährleisten.
| Bohrplatz Schaidt |
Die Geothermiebohrungen werden von einem einzigen Bohrplatz aus errichtet. Neben der Sicherstellung eines störungsfreien Ablaufs der Bohrarbeiten wird in der Ausführung des Bohrplatzes den besonderen Standortbedingungen in Schaidt Rechnung getragen.
Im zentralen Teil des Bohrplatzes wird der Bohrkeller errichtet, um den eine bewehrte wasserundurchlässige Betonplatte das sichere Fundament für die Bohranlage bildet. Aufgrund der Lage innerhalb eines Trink-wasserschutzgebietes werden auch die Verkehrsflächen mit einem wasserundurchlässigen Asphalt ausgeführt. Gleichzeitig werden alle Niederschlagswässer aus dem Bereich des Bohrplatzes aufgefangen und entsorgt. Spezielle Lampen werden eine im Sinne des Naturschutzes verträgliche Bohrplatzbeleuchtung ermöglichen.
Für die Ausführung der Bohrarbeiten arbeitet GeoEnergy GmbH mit erfahrenen Partnern zusammen. Jeder einzelne ist seit Jahrzehnten Spezialist auf seinem Gebiet und weltweit im Erdöl- und Erdgasbereich sowie in Deutschland auch im Bereich der Geothermie tätig.
Die Errichtung einer Geothermiebohrungen erfolgt über etwa drei Monate. Teleskopartig wird die Bohrung mit jedem Bohrabschnitt in die Tiefe verjüngt.
| Bohrungsausbau |
Nach dem Bohren eines Abschnittes wird die Bohrung mit dickwandigen Rohren ausgebaut und anschliessend zementiert. Insgesamt werden mehr als 500 Tonnen Stahl und mehr als 350 Kubikmeter Zement zur Sicherung der Geothermiebohrung eingebracht.
Im oberflächennahen Bereich wird durch einen mehrfachen Ausbau mit Rohren und Zement eine Sicherung der zur Trinkwasserversorgung genutzten Grundwasserleiter sichergestellt.
Der Verlauf der Geothermiebohrungen in die Tiefe ist nicht vertikal, vielmehr werden die Bohrungen unter Nutzung der Richtbohrtechnik zu den Bohrlandepunkten abgelenkt. Der Abstand zwischen den beiden Bohrlandepunkten beträgt innerhalb der gleichen tektonischen Bruchzone etwa 1 km. Nur so kann eine gute hydraulische Verbindung zwischen beiden Geothermiebohrungen gewährleistet werden.
Im Betrieb der geothermischen Anlage wird eine der Bohrungen als Förderbohrung und die andere als Injektionsbohrung genutzt, zwischen denen das Thermalwasser zirkulieren kann.

